Ausgangslage

Mit alpha ventus wurde im April 2010 das erste deutsche Testfeld eines Offshore-Windparks 45 km nördlich der Nordseeinsel Borkum in Betrieb genommen. Baltic 1 ist der erste deutsche kommerzielle Offshore-Windpark in der 12-Seemeilen-Zone der deutschen Ostsee und rund 16 km vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns und ist am 2. Mai 2011 offiziell in Betrieb genommen worden.

 

Weitere Windparks, darunter Bard Offshore I, Global Tech I, Borkum West II und Riffgat befinden sich derzeit in der Bauphase. Insgesamt 28 Windparks sind in Nord- und Ostsee bereits genehmigt. Die Zahlen deuten ein rasantes Wachstum der Offshore-Windenergie-Branche in den nächsten 20 Jahren an. Als Konsequenz müssen für die Wirtschaftlichkeit der Windparks weitreichende Betriebs- und Instandhaltungskonzepte entwickelt und vorgehalten werden. Im Vergleich zu Onshore-Windparks sind die Anforderungen allerdings ungleich höher. Nicht nur gesteigerte Ansprüche an die Materialien, auch die Verfügbarkeit von beispielsweise Spezialschiffen (Jack-Up Barge) mit entsprechender Ausrüstung und ausgebildetem Fachpersonal stellen u. a. hohe planerische Anforderungen an die Betreiber. Ein weiterer erschwerender Faktor ist das Zusammenspiel aller beteiligten Einheiten innerhalb des Leistungssystems Offshore-Windpark, da sich aus vorherigen Onshore-Projekten keine bzw. kaum übertragbare Erkenntnisse ableiten lassen.

 

Mit der Offshore-Windenergie ist innerhalb der letzten Jahre ein völlig neuer Industriezweig, mit den unterschiedlichsten Konzepten und Strategien, entstanden. Damit verbunden sind viele Herausforderungen und Problemstellungen (siehe Auflistung) zu meistern, die im Rahmen des Forschungsprojekts SystOp Offshore Wind konsequent analysiert, bewertet und optimiert werden.

 

  • Keine etablierten Wertschöpfungsketten (Geringe Transparenz aller O&M-Prozesse)
  • Unbekannte Betriebs- und Instandhaltungskosten
  • Kaum Offshore-Betriebserfahrungen
  • Fachkräftemangel (Ausbildung / Hochseetauglichkeit)